Monatsspruch für April 2021

 

Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes,

der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.

Kolosser 1,15 EÜ

 

 

Dass Gott unsichtbar ist, gehört zu seinem Wesen: Gott ist kein Teil dieser Welt, sondern ihr Schöpfer; er ist nicht Materie, sondern Geist; er gehört nicht ins Diesseits, sondern existiert jenseits von Raum und Zeit. Allerdings: Bliebe Gott ausschließlich jenseitig, dann wüssten wir nichts von ihm und könnten ihn auch nicht als Gott verehren.

 

Um Gottesdienst feiern zu können, haben sich Menschen deshalb von Urzeiten an Götterbilder gemacht. Sie meinten, der unsichtbare Gott würde in diesen Bildern Wohnung nehmen. Das Volk Israel und in seiner Nachfolge auch die Christengemeinde aber wussten: Gott wohnt im Himmel und nicht auf Erden, und nichts, was Menschenhände machen, kann ihn abbilden.

 

Aber ist dann vielleicht die ganze Welt ein Abbild Gottes, ihres Schöpfers? So hat es jedenfalls der große griechische Philosoph Platon gelehrt, und ganz falsch ist das nicht. Der Apostel Paulus hat ja gesagt: „Gottes unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken“ (Römer 1,20). Die Schöpfung ist also in der Tat eine Offenbarung Gottes, aber sie ist es nur deshalb, weil Jesus Christus „der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“ ist, wie unser Monatsspruch bekennt.

 

Jesus Christus ist kein Geschöpf, sondern der „einzige Sohn“ Gottes (Johannes 1,14). Durch ihn als Mittler hat Gott die Welt geschaffen: „Es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen“ (Kolosser 1,16). Vom Sohn Gottes gilt, was im alttestamentlichen Buch der „Sprüche“ von der Weisheit Gottes gesagt wird: „Der Herr hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her“ (Sprüche 8,22). Weil Jesus Christus als der Sohn Gottes zugleich die menschgewordene Schöpferweisheit Gottes ist, darum existiert er „vor allem, und es besteht alles in ihm“ (Kolosser 1,17). Darum ist Christus auch das wahre und eigentliche „Bild des unsichtbaren Gottes“.

 

Die Welt und wir Menschen sind Gottes Ebenbild nur durch Christus, den Schöpfungsmittler, und in Christus, unserem Erlöser. Und weil Jesus Christus Gottes Bild ist, darum beten wir ihn an als die Gestalt, in der sich Gott selbst für uns öffnet. So haben es bereits die ältesten Christengemeinden getan, so tun wir es heute, und so wird es die Gemeinde Jesu tun bis in alle Ewigkeit.

 

Uwe Swarat

 

Prof. Dr. Uwe Swarat lehrt Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal.

 

 
948 01. Apr 2021

 

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