Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst (Offenbarung 21,6; Jahreslosung 2018)

 

Ohne Wasser kein Leben. Und ohne Durst auch nicht! Wenn ein Neugeborenes auf die Welt gekommen ist, schreit es. Und dann trinkt es, an der Brust der Mutter.

 

Die Bibel erzählt immer wieder, wie Gott durstige Menschen versorgt. Israel war gerade aus Ägypten ausgezogen. Endlich neues Leben in Freiheit! Das neue Leben bedeutet: sie sind und bleiben von Gott abhängig. Und jetzt, in der Wüste unterwegs, erst recht. Sie denken, sie verdursten. Da lässt Gott Wasser aus einem Felsen fließen. Mitten in der Wüste. Es ist die Rettung. Diese Erfahrung wird zum Glaubensbekenntnis: Unser Gott kümmert sich. Wir beten es bis heute: Der Herr ist mein Hirte. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

 

Dabei geht es nicht nur um unseren Körper. Auch unser Inneres braucht zu trinken. Es kommt vor, dass wir das vergessen. Besser gesagt: dass wir denken, unser eigener innerer Vorrat reiche aus. Gott hat das einmal an Israel festgestellt: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten (Jer 2,13).

 

Dann vertrocknet das ganze Leben. Alles wird traurig und fruchtlos. Sie arbeiten viel und bewirken wenig. Sie reden viel, und es kommt nichts dabei heraus. Sie sind reich und bleiben doch unglücklich! Wie oft gilt das – für Menschen, für Familien, für Völker, für Regierungen...

 

Da redet Gott. Unser Wort für 2018 nimmt ein uraltes Versprechen für Menschen auf, die nur noch sich selbst haben und dabei sind, daran zugrunde zu gehen: Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen, hatte Gott durch seinen Propheten gesagt (Jes 44,3).

 

Heute wird daraus die Einladung – besser: die Bitte: kommt und trinkt! Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Dabei – Gott bittet nicht nur. Gott macht sich selbst auf den Weg. Er hat sich auf den Weg gemacht zu Menschen, die keine Ahnung mehr von der lebendigen Quelle haben. Da geschieht Wunderbares.

 

Wie das, was diese Frau erlebt, die am Brunnen draußen vor der Stadt diesen unbekannten Mann trifft. Der erst von ihr zu trinken haben möchte. Und ihr dann zu trinken anbietet. Das Wasser, das den Durst der Seele für immer stillt. Und die Seele heil macht. Heute redet Jesus uns an, mit diesem Wort, nicht nur für ein Jahr, sondern für unseren Weg, solange wir in dieser Welt leben. Die Frau am Jakobsbrunnen hatte vor dem irdischen Jesus gestanden. Wir begegnen im Wort aus dem Buch der Offenbarung dem gekreuzigten, auferstandenen und erhöhten Jesus.

 

Jesus hat alles für uns getan. Er hat den Himmel geöffnet. Er hat den Tod besiegt. Er hat uns hinein geholt in ein Leben, geleitet von seinem Geist. Er ist der Erste und der Letzte. Er ist das Ziel, auf das unser Leben hin geht. Und diese Welt. Jetzt sind wir angeredet. Denn wir sind noch unterwegs. Wir müssen sehen, dass wir unseren Weg bestehen. In dieser Welt, mit ihrem Leid, ihrer Ungerechtigkeit, ihren Fragen – und ihrer Gottlosigkeit.

 

Was müssen wir tun, dass wir ans Ziel kommen? Dass wir am Ende vor unserem Herrn bestehen? Die Antwort lautet: nichts. Denn als Jesus starb und auferstand, hat er alles getan. Wir können unser Heil nicht selbst hervorbringen. Wir können nur Glauben. Und auch unser Glaube ist und bleibt Geschenk. Wir können nur Glauben und Jesus nachfolgen. Und aufpassen, dass wir unterwegs nicht verdursten. Das ist das Entscheidende. Darum: „Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Offb 22,17).

 

Das können und müssen wir tun: sorgen, dass wir nicht verdursten. Trinken ist kein Luxus. Trinken ist Lebensmittel. Und zugleich die Quelle für Frieden und Freude. Darum ist jeder Gottesdienst, den wir hier feiern, kein Luxus, sondern Lebensmittel. Die Anbetung Gottes – dass wir ihn ehren und uns für ihn öffnen – ist lebendiges Wasser. Sein Wort, das inspiriert, tröstet, weiterhilft, ist lebendiges Wasser. Unsere Begegnungen im Namen Jesu, unsere Gebete miteinander und füreinander – das alles sind Orte, an denen die Quelle geöffnet wird und wir schöpfen können.

 

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Das heißt: keiner muss verdursten. Wir werden uns gegenseitig immer wieder daran erinnern. Und wir laden andere ein, die Quelle zu entdecken. Ich freue mich darauf, dass wir viel mit Jesus erleben werden. Weil er uns seine Quelle öffnet!

 

Christoph Becker

 

Aus der Predigt im Gottesdienst am 31.Dezember 2017 in der Christuskirche Leichlingen-Weltersbach

 

 
818 29. Dez 2009

 

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